Vergangenheit trifft Gegenwart | 3D- Scan von Oldtimern

Wie lässt sich der Ist-Zustand eines (meines) Oldtimers oder einzelne Bestandteile davon für die Nachwelt konservieren? Wie können Ersatzteile im Falle eines Schadens oder Unfalls hergestellt werden? Vor diesen Fragen stehen viele Oldtimerbesitzer und Museen.

Bisher war es üblich, die Geometrie manuell mit Schablonen abzunehmen. Dazu wird ein Schablonenrahmen um das Fahrzeug geführt und die Kontur wird scheibenweise abgenommen. Aus den so gebildeten Querschnitten entsteht dann ein Holzgerippe, das die Form des Fahrzeugs mehr oder weniger wiedergibt.

Diese Methode hat zwei große Nachteile: zum einen ist sie sehr zeitaufwendig und somit auch sehr teuer. Zum anderen ist sie nicht sehr genau. Wenn das Fahrzeug bereits verunfallt oder beschädigt ist, kommt dieses Verfahren zudem überhaupt nicht in Frage.

An dieser Stelle kommen wir ins Spiel:

Was in der Automobilindustrie zur Digitalisierung von  Design-/Claymodellen seit Jahren gang und gäbe ist, setzt sich seit Kurzem auch in der Oldtimerszene durch. 3D Scanner werden eingesetzt.

Der Einsatz von 3D-Scannern spart Zeit, Kosten und liefert sehr präzisere Ergebnisse.  Diese Scans können auch für ein Reverse-Engineering verwendet werden. Wie am Beispiel des Serenissima, bei dem es keine andere Möglichkeit der Rekonstruktion gab. Bei dieser Technik wird mittels der erstellten 3D-Scans und einer speziellen Reverse-Engineering Software die Originalgeometrie nachkonstruiert. Dieses Verfahren kann auch bei einzelnen Bauteilen wie Zylinderköpfen, Vergasern, etc. zum Einsatz kommen.

Vereinfacht ausgedrückt: Aus bestehenden Bauteilen entsteht nachträglich eine technische Zeichnung bzw. ein 3D-CAD-Datensatz. Diese Daten wurden, im Falle unseres Serenissima, dazu benutzt, ein „Klopfmodell“ aus Holz zu fräsen.

Über dieses Klopfmodell, wurde in Handarbeit, die Karosserie neu zu erstellen (geklopft).

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen…

196. Serenissima
Concorso d’Eleganza, Villa d’Este, Cernobbio, Italy
©ÊMarcel de Lange